01. Apr

2016

Ausstellungstipps

Zuletzt aktualisiert am 5. Februar 2019

Malaysia Ausstellungstipps © Malaysia Tourism Promotion Board

Leider widmen sich viel zu selten Ausstellungen der malaiischen Halbinsel bzw. den Bundestaaten Sabah und Sarawak. Zum ersten Mal in Europa wurden auf der Schallaburg ausgewählte Objekte der Sammlungen des Nationalmuseums Malaysias und zahlreichen ihm untergeordneten Museen, sowie weiterer asiatischen und europäischen Sammlungen gezeigt.

Malaysia. Reichtümer aus dem goldenen Malaysia

Niederösterreich
2003

Die Ausstellung zeigt diese kostbaren Kunst- und handwerklichen Gegenstände anhand der Familien- und Lebensgeschichten von Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen in einem ästhetischen und lebendigen Rahmen. Von einem 40.000 Jahre alten menschlichen Schädelfund eines Homo Sapiens bis zu einer modernen, florierenden Gesellschaft mit etwa 22 Mio. Bewohner heute hat das Königreich Malaysia zwar eine lange Vergangenheit, jedoch eine vergleichsweise kurze Geschichte.

Sie ist vor allem durch die Seefahrer und die hinduistisch-buddhistische Königreiche ab dem 4. Jahrhundert v. Chr., den Gold Rush nach den natürlichen Ressourcen ab dem 16. Jahrhundert, die vielseitigen Kolonialepochen (Portugal, Holland, England und Japan) sowie durch das Wirtschaftswunder nach der Unabhängigkeit 1957 geprägt. Die westliche Halbinsel wurde schon von Ptolemäus in seiner Weltkarte 160 v. Chr. als die «chersonesus aurea» oder «Goldene Halbinsel» bezeichnet. 1965 kam durch eine friedliche Einigung mit Indonesien ein viel größerer Teil von Borneo mit seiner Stammesbevölkerung als Ostmalaysia zum Staatsgebiet dazu.

Die Lage von Malaysia am Treffpunkt der Nordost- und Südwest-Monsune brachte ihm den Namen «das Land wo sich die Winde treffen» ein. Dies ist auch metaphorisch zu verstehen, da der Seeverkehr zu den autochthonen Bevölkerungsgruppen auch Menschen und Kulturen aus Südostasien, China, Europa, Arabien und Indien holte. Es finden sich auch Kultstätten der großen Weltreligionen: Moscheen, buddhistische oder taoistische Pagoden, Hindutempel, christliche Kirchen und Synagogen in unmittelbare Nachbarschaft zueinander.

Heute ist der Islam offizielle Staatsreligion, die Feste aller Religionen werden aber mit dem beispiellosen System des «open house» (offene Einladung an alle, auch Fremde, an Feiern in Privathäusern teilzunehmen) integriert. «Multikulturell» mag erst seit einigen Jahren im Diskurs des Westen als Schlagwort gelten, in Malaysia ist es seit Jahrhunderten gelebte, großteils harmonische und selbstverständliche Realität. Die Produktion und Handel kultureller Güter für die vielen Bevölkerungsgruppen einerseits und für den traditionell starken Export anderseits haben zu einem vielfältigen Reichtum an Kunst, Architektur, Kunsthandwerk und darstellenden Künsten geführt. Die ästhetische Welt der Tradition findet sogar in modernen technischen Gegenständen und in Hochhäusern ihren Niederschlag.

© Land Niederösterreich. Hochzeits-Kopfschmuck

Eine Ausstellung des Landes Niederösterreich (Abt. Kultur und Wissenschaft des Amtes der NÖ Landesregierung) in Zusammenarbeit mit der Regierung von Malaysia (Bundesministerium für Kunst und Kultur sowie dem Nationalmuseum von Malaysia) im Renaissance-Schloss Schallaburg (3382 Loosdorf, Österreich, www.schallaburg.at) vom 26. April 2003 bis 02. November 2003. Das nachfolgende Begleitbuch vertieft die Ausstellung:

Ramesh Kumar: Malaysia. Reichtümer aus dem goldenen Malaysia. Gr. 8°. 256 S., zahlr. farb. Abb. Springer-Verlag, Wien 2003.

Das erste Buch, das einen fundierten Überblick über Malaysias Kulturgeschichte und kulturelles Schaffen im Zeichen der Multikulturalität bietet: so werden der Einfluss der großen Weltkulturen und dessen lokale Synthese in Ästhethik, Kunst, Kunsthandwerk und Architektur anhand eines symbolischen malaysischen «offenen Hauses» illustriert. In diesem opulenten, reich bebilderten Band werden die verschiedensten Zeremonien, Alltagsaktivitäten und Objekte der Kunst in ihren zugehörigen Räumlichkeiten aufschlussreich dargestellt. Buch bei Amazon


Impressionen aus Borneo

Frankfurt
2005

Die Ausstellung im Museum der Weltkulturen in Frankfurt zeigt Fotografien aus den Themenbereichen religiöse und alltägliche Lebenspraxis.

© Malaysia Tourism. Semenggoh Wildlife Rehabilitation Centre.

Die Ausstellung zeigt über dreißig Fotografien der niederländischen Reisefotografin und Journalistin Mary Munnik aus Amsterdam die zwischen 2000 und 2003 im nördlichen Teil der Insel Borneo, Sarawak (Malaysia), aufgenommen wurden.

Das heutige Borneo – es umfasst die zu Malaysia gehörenden Bundesstaaten Sabah und Sarawak, das Sultanat Brunai sowie den zu Indonesien gehörenden Bundesstaat Kalimantan – ist die drittgrößte Insel der Welt, die mitten zwischen dem südchinesischen Meer, Celebessee und Javasee in Südostasien liegt. Die Bevölkerung von Borneo setzt sich aus den malaiischen Dajak, gefolgt von den Iban, Bidayuhm Kelabit, Penan, Punanm Kenyah, Kayan und Orang Ulu sowie Chinesen zusammen.

Die Fotos vermitteln einen Eindruck ihrer kulturellen Lebensweisen und Glaubensvorstellungen wie Animismus, Kastenwesen, und Körperkunst durch Tatauierung und gedehnte Ohrläppchen. Sie zeigen Momentaufnahmen durch den Bereichen ritueller Kopfjagd, Feste, Zeremonien, die wirtschaftliche Lage und das nomadische Leben der Ethnie der Penan.

Außerdem vermitteln die Fotos die moderne Lebensweise einstiger Kopfjäger und veranschaulichen die Abhängigkeit der lokalen Bevölkerung von modernen Industrieprodukten und den Verlust handwerklicher Techniken.

Ausstellung im Museum der Weltkulturen Frankfurt am Main vom 21. April 2005 bis 11. September 2005 (mdw.frankfurt.de und journal-ethnologie.de) im Hochpaterre, Schaumainkai, Frankfurt.

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Bildnachweis: Malaysia Ausstellungstipps © Malaysia Tourism Promotion Board