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Landeskunde

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Malaysia gestern und heute © B&N Tourismus

Bereits in vorgeschichtlicher Zeit wurde, dank Einwanderungswellen aus dem Norden, die Malaiische Halbinsel besiedelt bevor seit etwa 3000 v. Chr. die Malaien, denen der Staat seinen heutigen Namen Malaysia verdankt, sich in der Region nieder ließen.

Malaysia gestern und heute

Weit vor der Ankunft europäischer Kolonialmächte entwickelten sich in der Region , die zunächst Teil verschiedener Königreiche war (besonders hervorzuheben sind das buddhistische Sri Vijaya und das hinduistische Majaphit),  eigene Staatswesen, von denen vor allem das gegen 1400 n. Chr. entstandene Sultanat von Malakka regionale Bedeutung dank seiner Handelsbeziehungen bis nach China und Indien erlangte.

Masjid Jamek (Kuala Lumpur), 1909 nach dem Vorbild der sog. Perlenmoschee in Dehli errichtet.

Mit dem parallelen Vordringen des Islam, vor allem in seiner sunnitischen Ausprägung, wurde Malakka nicht nur religiöses Zentrum, sondern gleichzeitig wurde der Hinduismus zurückgedrängt. Der Handelsplatz erweckte bereits 1509 n. Chr. erste europäische Begehrlichkeiten und nur zwei Jahre später wurde Malakka von Seestreitkräften der portugiesischen Flotte eingenommen und verblieb für die nächsten 130 Jahre unter der Herrschaft Portugals bevor 1641 Holland die Portugiesen vertrieb um die Region in den eigenen Herrschaftsbereich zu integrieren. In der Folge bemühte sich das britische Empire in der zweiten Hälfte des 18. Jhds. um einen adäquaten Stützpunkt für Ihre Flotte an der Ostküste um so seine indischen Kolonien zu schützen. Francis Light gelang es 1786 für die Britische Ostindienkompagnie vom Sultan von Kedah die Insel Penang sowie 1800 den vorgelagerten Küstenstreifen zu erwerben. Der britische Einfluss in der Region wurde durch Stamford Raffles 1819 weiter zementiert, dem es gelang die zum Sultanat Johore gehörende Insel des heutigen Singapur in englischen Besitz zu bringen.

Neben der malaiischen Halbinsel (Westmalaysia) umfasst der heutige Staat auch die auf Borneo gelegenen Gebiete von Sabah und Sarawak (Ostmalaysia) als direkt Folge der britischen Kolonialpolitik im 19. und 20. Jhd. da bereits 1841 das Kerngebiet des heutigen Sarawak an den britischen Seefahrer James Brooke, zum Dank für seine Unterstützung des Sultans bei der Niederschlagung eines Aufstands, abgetreten wurde und nach und nach weitere Gebiete vom Sultanat Brunei, wie die Insel Lebuan (1846) sowie das gesamte Sabah (1877/78), hinzu erworben werden konnten.

Die jüngere Geschichte Malaysias bis zur Unabhängigkeit im August 1957 (anfangs als Federation of Malaya ohne Sarawak und Sabah, ab September 1963 mit Singapur nach Beitritt von Sarawak und Sabah als Malaysia, wobei Singapur 1965 wieder aus trat) wurde – mit Ausnahme der kurzen Zeit der japanischen Besetzung während des 2. Weltkrieges (1941/42 bis 1945) – weiterhin deutlich von Großbritannien bestimmt.

Mit seiner 1957 in Kraft getretenen Verfassung stellt Malaysia die einzige Wahlmonarchie der Welt dar, dem ein auf jeweils fünf Jahre aus dem Kreis der neuen Sultane der Malaiischen Halbinsel gewählter König als Staatsoberhaupt vorsteht. Diese sind – mit Ausnahme von Malakka und Penang, wo der König diesem Amt nachkommt – zugleich auch religiöses Oberhaupt wobei Ostmalaysia eine Sonderrolle zukommt, da Sarawak und Sabah weder ein religiöses Oberhaupt haben noch der König diese Funktion dort nicht wahrnimmt.

Als parlamentarische Demokratie aus dreizehn föderativ zusammengeschlossenen Bundesstaaten verfügt Malaysia über ein aus zwei Kammern bestehendes Parlament, dem gewählten Abgeordnetenhaus (Dewan Rakyat) mit 193 Sitzen sowie dem Senat (Dewan Negara), wobei von dessen 68 Mandatsträgern 42 vom König ernannt werden. Besonderer Bedeutung misst Malaysia insbesondere der Bildungspolitik zu, in die regelmäßig bis zu 30% der Staatsausgaben fließen.

Die Spuren des britischen Empire sind auf Penang unübersehbar.

Das moderne Malaysia zählt zu den aufstrebenden Schwellenländern Südostasiens und verfügt über eine ausgesprochen außenhandelsorientierte Wirtschaft, die dem Land zeitweilig einen Anstieg des Bruttosozialprodukts von über 7% bescherte wobei sich seit 1985 ein deutlicher Abschwung bemerkbar macht, der erst 2002 wieder abgefangen werden konnte.

Neben dem starken Sektor der Landwirtschaft und dem hohen Exporterlösen von Agrarerzeugnissen (Malaysia gilt als einer der größten Exporteure von Kautschuk und Palmöl) trägt das Land mit rund einem Drittel zur Weltzinnproduktion wobei der Weltmarkt für Zinn Ende der achtziger Jahre komplett zusammenbrach. Kompensiert wurde dies mit der Forcierung des Anbaus von Nutzhölzern sowie dem Abbau von Erdöl und Erdgas (insbesondere an den Küsten von Sabah und Sarawak). Darüber hinaus zählt Malaysia zu den führenden Exporteuren von Halbleiterprodukten, Audio-, Video-, Klima- und anderen Elektrogeräten.

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